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IZALINE CALISTER
: " balkea "
(beide:
Network Medien
/
Zweitausendeins
/ Lc06759)
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Zwei neue Veröffentlichungen liegen vor von den Gralshütern der Weltmusik:
Network Medien aus Frankfurt am Main.
Afro-Karibik Sounds (CALISTER) treffen in diesem Falle auf Balkan-Fieber (LOPICIC).
Feine Mische, runde Sachen.
Und das für einen echt coolen Preis von € 12,99 pro Stück.
Klasse das. Beginnen wir den Reigen also mit einer Künstlerin aus der Karibik. Herzerwärmend kommt IZALINE CALISTERs dritte Soloplatte "krioyo" (Creole, kreolisch) von dort um die Ecke. IZALINE stammt von einem kleinen Eiland, das uns eher als Bestandteil eines Longdrinks geläufig ist: Curaçao. Wie die Inselkultur selbst, vereinigt auch die Künstlerin verschiedene Einflüsse in ihrer Musik. Der Plattentitel ist hier wirklich Programm: Kreolisation ist nämlich das Mischen, Verfeinern, Bearbeiten und Neuerschaffen von Lebensart aus vorhandenen Strukturen. In diesem Schmelztiegel vermischen sich auf jeden Fall die unterschiedlichsten Kulturen und Stile: Musikalisch werden afrikanische und europäische Rohmaterialen in unnachahmlicher Weise durch den karibischen Soundmixer gejagt. Weitere Elemente aus Jazz, Juju, Voodoomania oder lokalen Folklorevarietäten (z.B. Tambú, Ritmo Kombina) runden diesen Antillen-Coctail ab und machen ihn rund im Geschmack. Für richtige Authentizität sorgt nicht zuletzt auch das Papiamento, ein südkaribisch-kreolischer Dialekt, in dem die zwölf Lieder dargeboten werden. Nach ersten musikalischen Gehversuchen bei JASPER VAN'T HOFs PILI PILI, ist die Ausnahmekünstlerin aus der Karibik mittlerweile erwachsen und erspielt sich eine wachsende Fangemeinde. Das Grundkonzept von "krioyo" besteht aus dem Nebeneinander von afrikanisch gebetteten Partyfetzern und klavierbegleiteten Emotionals. Gerade diese persönlichen Balladen sind Gänsehautbringer erster Güter und werden den Ruf IZALINE CALISTERs als Vokalkünstlerin ersten Ranges zementieren. Von den Kollegen wird sie daher auch schon einmal als eine der 'unwiderstehlichen Diven der Karibik' (The Beat) erfasst. Passt schon - geht sich aus. Phantastisch gelungen, auf jeden. Aus einer anderen - europäischen - Weltenecke kommt dagegen das SANDY LOPICIC ORCHESTAR: aus dem Balkan nämlich. Dieses verspielte Kollektiv kann durchaus als Multikulti-Bigband durchgehen. Bläser (fünfstimmig), Violinist, Leierkastenmann, Schlagwerker, Akkordeonspieler und die drei fabelprächtigen Sängerinnen bilden die Speerspitze des südost-europäischen Musikfiebers. Als Blaupause zeigen sie aber auch auf, dass es genügend Verbindendes zwischen Serben, Bosniern, Kroaten und Albaniern gibt, als dass eine ethnische Segregation nicht überwunden werden könnte. Nicht zu unrecht jubelte Le Monde dereinst: "ihr repertoire inszeniert die musiken des balkans mit viel humor. eine großartige alternative zu EMIR KUSTIRICAs NO SMOKING ORCHESTRA!"."balkea" ist die erste Veröffentlichung der Teufelsmusiker aus dem ehemaligen Jugoslawien, nach drei Jahren Wartezeit. Wurde der Hörer von den Bläserwänden des umjubelten Debüts "border confsion" noch wahrlich weggedrückt, stehen beim Nachfolger mehr abgefahrene Arrangements und grenzüberschreitende Spitzfindigkeiten im Focus. Nichtsdestotrotz finden sich auch hier wieder kickende balkanische Bläsereien, erotische Seelenstrips und lebensbejahende Spielfreude. Mir persönlich fehlt nur manchmal eben der Pogo/Punk-Faktor des Vorgängers. Trotzdem absolut und unumwunden zu empfehlen. Zwei Veröffentlichungen also aus dem weiten Bereich der Weltmusik, die Network Medien wieder einmal im Zenit dieser Bewegung zeigen. Großer Dank an den ausführenden Produzenten Christian Scholze für beide Arbeiten. Toll, gut gemacht!!! |