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GO PLUS
: " go plus " ( Kitty Yo / Pias Recordings / Lc02816) |
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Mit dem Debütalbum "la montanara" des Hamburger Gitarrenpop-Quartets GO PLUS erweiterte sich 1996 das musikalische Spektrum von Kitty-Yo nach kurzer Zeit bereits zum zweiten Mal erheblich. Nach den frühen Erfolgen mit Bands wie SURROGAT und WUHLING, experimentellen Gitarren-Krach-Eskapaden, dem dann folgenden Fokus auf elektronisch-akustische Acts wie TO ROCOCO ROT oder TARWATER plötzlich also das klare Bekenntnis zum Pop.
Lässig zurückgelehnte, leichte Gitarren-Pop-Stücke waren das, hochintelligent und clever komponiert, mit einer wunderbar lyrischen Textsprache, wie sie bis dato in der deutschsprachigen Indie-Popmusik eher verpönt war. Unglücklicherweise noch in der Vor-Vertriebsphase von Kitty-Yo veröffentlicht, ist "la montanara" bis heute eine der unbeachteten aber mit Sicherheit auch schönsten Perlen deutschsprachiger Popmusik. Wunderbar driftende Miniaturhits kommentierte die Spex damals. Mit "la montanara" waren GO PLUS Mitte der 90er zweifellos in Vielem seiner Zeit voraus, aber wirklich ernst sollten GO PLUS erst zwei Jahre später machen. Gemünzt sind diese Worte auf "largo", das folgende zweite Album von GO PLUS, weitaus komplexer und aufwendiger eingespielt als "la montanara". "largo" wurde eine schillernde Pop-Produktion mit endlosen Referenzen und Anleihen bei den BEATLES, besonders auch den BEACH BOYS (mit "song for brian" gibt es gar eine persönliche Widmung an BRIAN WILSON), XTC (GO PLUS ist der Titel einer EP von XTC), bis hin zu PREFAB SPROUT. Dabei war "largo" bei allen schwelgerischen Momenten auch eine zutiefst private Platte voller Wehmut, Melancholie und stiller Verzweiflung. Kurz nach Veröffentlichung verließ dann der Bassist Matthias Pacht die Band und somit wurden GO PLUS für fast zwei Jahre wieder auf die beiden Gründungsmitglieder Pit Przygodda und Lars O´Horl reduziert. 2001 dann schließlich die Entscheidung, Pit´s Bruder Christian Przygodda aka HAUSMEISTER als neuen Bassisten zu verpflichten. Nicht nur die personellen Veränderungen künden vom enormen Reifeprozess, den GO PLUS in der vierjährigen Veröffentlichungspause vollzogen hat. Der Ausstieg des Bassisten, die Beendigung der Zusammenarbeit mit V2 Germany und damit die Sorge um die nächste Platte haben aus GO PLUS eine ungemein homogene Band gemacht. Und das ist dem selbstbetitelten dritten Album sofort anzumerken. "go plus" ist von einer feinen zurückhaltenden und dann mehr und mehr atemberaubenden Schhönheit, voller Überraschungen und charmanter Unstimmigkeiten, aufregend und unerwartet, mitunter gar an die Kompositionen eines LEONHARD COHEN erinnernd. Genaugenommen ist "go plus" ein Album voller Liebeslieder, die Sprache hintergründiger als bisher, aber umso berührender. Drehen sich die Texte zwar ursächlich um Weggehen und Ankommen ("ich geh in die stadt", hamburg, here i come"), ständige Bewegung, Veränderung ("unten im strom", "stop"), sind sie doch in ihrer sprachliche Intensität und intimen Nähe anrührender und bewegender als jedes 'Ich liebe Dich' es vermag. Geh weiter, geh plus. Go, go, go. |